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Wie viele CO2-Emissionen verursacht ein Smartphone?

Wie viele CO2-Emissionen verursacht ein Smartphone?

Die Themen „CO2-Footprint“ und „globaler Klimawandel“ geistern immer wieder durch die Medien. Im Kontext des rasanten Wachstums des Smartphone-Marktes in den vergangenen Jahren haben wir uns gefragt, welche Rolle das Thema in diesem Bereich spielt und welche
Möglichkeiten Konsumenten haben.

Begriffliche Grundlagen

Bei der Auseinandersetzung mit dem Thema "CO2-Footprint" stößt man in der Literatur auf verschiedene Ansätze bezüglich der begrifflichen Definition. Während der "CO2-Fußabdruck", oder auch "Carbon Footprint", die Menge an CO2-Emissionen beschreibt, die ein Mensch während eines definierten Zeitraums verursacht, betrachtet der spezifizierte Begriff "Product Carbon Footprint" die Bilanz der Treibhausgasemissionen, die ein Produkt während seines gesamten Lebensweges verursacht. Aufgrund der Ausrichtung der Fragestellung auf die durch ein Smartphone verursachten CO2-Emissionen, wird für die Bearbeitung der Thematik letztere Definition zu Grunde gelegt.


Fragestellung

Die zentrale Fragestellung „Wie viele CO2-Emissionen verursacht ein Smartphone?“ bildet die Grundlage für das vorliegende Whitepaper. Darüber hinaus soll aufgezeigt werden, welche Konsequenzen und Handlungsspielräume sich daraus für den Konsumenten ergeben. Ist es möglich die Thematik bewusst in den Kaufentscheidungsprozess zu integrieren und bringt das letztendlich auch eine Verbesserung (Verringerung der CO2-Emissionen) mit sich? Als Rahmen für diese Überlegungen werden folgende Fragen beantwortet: "Was ist CO2 und welche Auswirkungen hat es auf Mensch und Natur?", "Wie kann ein Product Carbon Footprint ermittelt werden und worauf muss dabei besonders geachtet werden?", "In welcher Form sollte der Product Carbon Footprint an die Konsumenten kommuniziert werden?" sowie "Welche zentralen Herausforderungen sind mit der Thematik verbunden?".


CO2 und seine Auswirkungen auf Mensch und Natur

Der Klimawandel und die damit verbundenen Auswirkungen für den Menschen und die Natur kann als zentrale, globale Herausforderung betrachtet werden. Treibhausgase, wie Kohlendioxid (CO2), spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Sie verstärken den natürlichen Treibhauseffekt und bewirken so einen Anstieg der durchschnittlichen Temperatur weltweit. Aufgrund der vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von CO2, gilt dieses heute als Verursacher von ca. drei Viertel der vom Mensch verursachten Erwärmung. Um die hieraus resultierenden Risiken, wie Abschmelzen von Gletschern, Naturkatastrophen, extreme Dürreperioden oder Absterben von Korallenriffen, einzudämmen, zielt die sog. Energiewende darauf ab, die Treibhausgasemissionen in den Industrieländern bis zum Jahr 2050 um 80-95 % im Vergleich zu 1990 zu verringern. Da Treibhausgase und insbesondere CO2 eine große Rolle in unserem Alltag spielen, ohne dass dies den meisten Menschen bewusst ist, erscheint eine Aufklärung der Konsumenten sowie ein generelles Umdenken bezüglich der Produktion von Waren und Dienstleistungen und deren Konsum unumgänglich.


Messung des Product Carbon Footprint

Eine Vielzahl von Initiativen und Projekten im In- und Ausland beschäftigt sich bereits seit über zehn Jahren mit der Thematik "Product Carbon Footprint". Die zentralen Ziele umfassen dabei neben der Erarbeitung einer einheitlichen, internationalen Erfassungsmethodik auch Überlegungen bezüglich der Kennzeichnung von Waren und Dienstleistungen für Endverbraucher. In diesem Zusammenhang haben einige Ländern, wie zum Beispiel Frankreich und Groß Britannien, bereits testweise in ausgewählten Unternehmen einen Product Carbon Footprint eingeführt und ihre Kunden mit Hilfe eines CO2-Labels über die entsprechende Menge an CO2-Emissionen informiert, die das betreffende Produkt verursacht. Ein Großteil dieser Projekte wurde jedoch mittlerweile wieder eingestellt, weil einerseits keine einheitliche Erfassungsmethodik vorhanden war und andererseits die Konsumenten wenig bis gar nichts mit den Angaben auf dem Label anfangen konnten.

Hierin liegt die zentrale Herausforderung der Thematik. Die Einführung eines CO2-Labels macht erst Sinn, wenn die Konsumenten über die Relevanz aufgeklärt sind und sich Vergleichswerte in ihren Köpfen verankert haben. Erst dann werden sie in der Lage sein, einzuschätzen, welche Werte als "niedrig" und damit umweltverträglich einzuschätzen sind und welche Handlungsrelevanz sich aus den Angaben ergibt. Der aktuelle Stand der Bemühungen in diese Richtung reicht jedoch nicht aus, um Produkte mit einem aussagekräftigen und einheitlichen Label zu kennzeichnen, sodass Konsumenten aktuell nicht die Möglichkeit haben, klimafreundliche Produkte zu erkennen und bei ihrer Kaufentscheidung zu berücksichtigen.

Eine weitere Herausforderung ergibt sich aus der sog. Verantwortungsdiffusion. Da die Auswirkungen des Klimawandels noch nicht konkret abschätzbar sind und sich wohl erst in einigen Generationen bedrohlich auf unser Leben auswirken werden, ist es schwer, Konsumenten von der Brisanz der Thematik und dem damit verbundenen Handlungsbedarf zu überzeugen. Des Weiteren muss kritisch hinterfragt werden, welche Aussagekraft ein CO2-Label überhaupt haben kann. Wenn man davon ausgeht, dass ein solches Label vorrangig darauf abzielt, das Kaufverhalten des Konsumenten positiv (im Sinne der Umweltfreundlichkeit) zu beeinflussen, muss bei jedem einzelnen Produkt analysiert werden, ob CO2 überhaupt das relevante Thema im Lebenszyklus dieses Produktes ist, oder ob vielleicht andere Faktoren (z. B. Wasserverbrauch) weitaus wichtiger (also umweltschädlicher) sind.


CO2-Emissionen eines Smartphones 

Bei der Berechnung des Product Carbon Footprints müssen alle Phasen des Lebenszyklusmit einbezogen werden: Produktion, Vertrieb, Nutzung und Recycling. Der Konsument selbst hat in der Nutzungsphase natürlich den größten direkten Einfluss auf die CO2-Emissionen. So ergeben sich bspw. schon allein aus der täglichen Nutzungsdauer verschiedene Emissionswerte (je nach Intensität der Nutzung). Für ein durchschnittliches Smartphone ergibt sich für den gesamten Lebenszyklus eine CO2-Emission von etwa 47kg. Hierin nicht enthalten, ist die Netzwerk- und Internetnutzung, die man
bei der Berechnung eines Product Carbon Foodprints natürlich auch berücksichtigen müsste.

Der durchschnittliche Wert von 47kg CO2-Emissionen pro Lebenszyklus beinhaltet bereits die Emissionen aller Phasen des Lebenszyklus eines Smartphones. Von den 47 kg resultieren bspw. beim iPhone 4 etwa 57% aus der Produktion, 34% aus der Nutzung, 8% aus dem Transport und 1% aus dem Recycling. Innerhalb dieser Berechnung bleibt allerdings die Rohstoffgewinnung vollkommen unberücksichtigt. Auch hier fallen CO2-Emissionen an, die in diese Berechnung nicht mit einfließen. Allein am Beispiel eines einzelnen Produktes wird bereits die Komplexität der Thematik deutlich. Bevor nicht einheitliche Berechnungsmodelle entwickelt und zu Grunde gelegt werden, erscheint es wenig sinnvoll Product Cabon Footprint-Werte an die Konsumenten zu kommunizieren. Die Vergleichbarkeit ist schlichtweg nicht gegeben. Allerdings könnten Berechnungen zu einzelnen Produkten verallgemeinert und auf ganze Produktgruppen bezogen werden, um zumindest eine grobe Orientierung zu bieten. So könnte die Berechnung des Product Carbon Footprints eines iPhone 5 z.B. auf alle iPhones bezogen werden (wohl wissend, dass die Entwicklung neuer Modelle auch immer eine weitere Reduzierung der CO2-Emissionen anstrebt). Es kommt dabei nicht darauf an, exakte Werte zu liefern, sondern den Konsumenten eine Orientierung zu bieten, die ihm hilft das Thema Klimawandel in seine Kaufentscheidung mit einzubeziehen.


Bestrebungen zur Senkung der CO2-Emissionen

Viele Smartphone-Hersteller haben sich in den letzten Jahren aktiv mit der Treibhausgas-Problematik auseinandergesetzt und Konzepte zur Reduzierung ihrer CO2-Emissionen entwickelt. Im Zuge dessen steht in den meisten Fällen nicht der Product Carbon Footprint eines einzelnen Produktes des Unternehmens im Fokus, sondern der CO2-Footprint des gesamten Unternehmens. Ein umfassendes Projekt zu dem Thema findet man bspw. bei Apple. Im Jahr 2016 hat Apple nach eigenen Angaben 38.400.000 Tonnen CO2-Emissionenproduziert. Bei dieser Berechnung ist nicht nur die Produktion der Apple-Produkte inbegriffen, sondern auch die Nutzung der Geräte durch die Konsumenten sowie Emissionen, die in den Fabriken, beim Transport und beim Recycling anfallen. Da allein die Produktion etwa 77% der CO2-Emissionen bei Apple ausmacht, sieht das Unternehmen hier auch die größten Einsparungspotenziale (u.a. bei der Stromversorgung der Produktionsstätten oder beim Rohstoff-Abbau). Dabei setzt Apple nicht nur bei eigenen Fabriken an, sondern auch bei den unzähligen Zulieferern, die an der Produktion von Apple-Geräten beteiligt sind. Durch Partnerprogramme unterstützt Apple viele Zulieferer dabei, ihren Energiebedarf zu senken und ihre Fabriken mit erneuerbaren Energien zu betreiben. Alle von Apple selbst betriebenen Fabriken, Rechenzentren, Stores und Bürostandorte sollen langfristig zu 100% mit Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen betrieben werden. Derzeit hat das Unternehmen bereits einen Anteil von 96% erreicht (Stand: Januar 2018).

Ein weiteres positives Beispiel in diesem Kontext ist Fairphone. Das Fairphone 2 ist durch seine Modularität so konzipiert, dass es sehr leicht vom Nutzer selbst repariert werden kann, sodass eine besonders lange Nutzungsdauer des Smartphones gewährleistet werden kann. Dadurch können beim Fairphone 2 (ausgehend von einer Nutzungsdauer von fünf Jahren) die CO2 Emissionen bei der Rohstoffgewinnung, der Produktion und bei der Nutzung um insgesamt 30% reduziert werden. Maßgeblich entscheidend hierfür ist allerdings der Umgang des Nutzers mit dem Smartphone. Wenn dieser nicht willens ist das Gerät zu reparieren und es beim ersten Defekt direkt entsorgt, sind alle Bemühungen umsonst.

Betrachtet man die Smartphone-Branche insgesamt, ergeben sich bei den meisten Herstellern noch große Potenziale auf dem Gebiet der Reduzierung von CO2-Emissionen. Sicherlich ist diese Tatsache u.a. der komplexen Produktionskette geschuldet. Für die Herstellung eines Smartphones werden durchschnittlich Bauteile von 270 Zulieferern benötigt. Doch selbst wenn man diese Beteiligten zunächst einmal unbeachtet lässt und sich nur auf die eigenen Standorte (Büros, Rechenzentren, etc.) konzentriert, ergibt sich ein riesiges Potenzial. Außerdem macht das Beispiel Apple deutlich, dass eine komplexe Produktionskette einerseits große Herausforderungen bedeutet, andererseits ergeben sich aber gerade daraus auch enorm viele Einsparungspotenziale.


Fazit

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass das behandelte Thema eine außerordentliche Relevanz für Konsumenten besitzt, die sich allein schon aus den Konsequenzen des Klimawandels für Mensch und Natur ableitet. Von den ca. 11,1 Tonnen CO2, die ein Mensch (aus Industrieländern) im Durchschnitt pro Jahr verursacht, lassen sich allein 42% auf Ernährung und sonstigen Konsum zurückführen. In diesen Bereichen liegen also riesige Potentiale, um den bedrohlichen Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur zu verringern und die verheerenden Auswirkungen zu reduzieren.

Betrachtet man allein den Bereich Smartphone-Konsum, wird deutlich, dass es sich hierbei nur um einen sehr geringen Anteil am gesamten CO2-Footprint eines Menschen handelt. Dennoch sind auch alle Bemühungen zur Reduzierung der Emissionen auf diesem Gebiet als extrem wertvoll einzuschätzen. Schließlich ist der Smartphone-Markt mittlerweile ein weltweiter Massenmarkt, sodass die Summe der Einsparungen durchaus große Effekteerzielen kann. Allerdings ist es momentan noch extrem schwierig für den Konsumenten, nachzuvollziehen wo er ansetzen kann, um durch gezielte Änderung seines Konsumverhaltens einen Beitrag zur Verringerung der CO2-Emissionen zu leisten. Gezielte Aufklärungsmaßnahmen sind in diesem Zusammenhang eine unabdingbare Voraussetzung. Die Verantwortung hierfür darf aber keineswegs allein beim Handel liegen. Initiativen von Seiten des Staates und der Politik müssen gezielt dazu beitragen, die Gesellschaft über die verheerenden Folgen des Klimawandels aufzuklären, um damit eine Sensibilisierung bezüglich des Kaufverhaltens zu erreichen. Auch wenn die Einführung eines einheitlichen Product Carbon Footprints nur einen sehr geringen Beitrag zur Senkung der weltweiten CO2-Emissionen leisten kann, so erscheint es dennoch sinnvoll das Thema weiter voranzutreiben. Letztendlich ist jede noch so kleine Aktivität als Weg in die richtige Richtung zu bewerten.

Des Weiteren muss das Thema "Product Carbon Footprint" immer in den Kontext der allgemeinen CO2-Problematik gesetzt werden, um die Relevanz für den Konsumenten zu verdeutlichen. In diesem Zusammenhang gilt es festzuhalten, dass die CO2-Emissionen trotz der Ziele der Energiewende jährlich weiter ansteigen. Die Gründe hierfür sind vielfältig, wobei besonders das mangelnde Verantwortungsbewusstsein der zwei größten CO2-Produzenten zu nennen ist – China und die USA. Mit einem Anteil von 28,21% (China) und 15,99% (USA) am weltweiten CO2-Ausstoß im Jahr 2016 haben diese Länder riesige Potenziale zur Einsparung, die leider nicht ausreichend ausgebaut und genutzt werden. Im Jahr 2014 wurden erstmals konkrete Ziele von beiden Ländern festgelegt. Während China konstatierte, seine CO2-Emissionen ab 2030 nicht mehr steigern zu wollen, legten die USA fest, ihre Emissionen bis 2025 um 26-28% im Vergleich zu 2005 zu senken. Sicherlich war das ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung, doch mit dem Amtseintritt von Donald Trump steht zumindest das Ziel der USA auf der Kippe. Per Dekret leitete dieser eine deutliche Abkehr von der Umweltpolitik seines Vorgängers ein und kündigte an, die Kohleindustrie wieder stärken zu wollen. Auch der Austritt der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen (mittlerweile steht der Verbleib der USA im Abkommen wieder zur Diskussion) dürfte einen weiteren deutlichen Rückschritt für den globalen CO2-Ausstoß bedeuten. Aber auch Staaten mit einer relativ gesunden Ökobilanz, wie Deutschland, müssen sich nachhaltiger mit der Thematik auseinandersetzen. Ein Outsourcing der Produktionsstätten in Schwellenländer verlagert das Problem letztendlich nur und trägt keineswegs zur gezielten Reduzierung der CO2-Emissionen bei.


Exkurs: Wer wir sind und was wir machen

Mit unserer Webseite „REPEDIA“ versuchen wir, mehr Menschen für die Reparatur ihres Smartphones zu begeistern. Wir veröffentlichen regelmäßig Repair-Videos und versuchen Probleme zu behandeln, die durch unsere Kunden an uns herangetragen werden. Dabei ist es uns im Zusammenhang mit unserer Branche besonders wichtig, an einen nachhaltigen und Ressourcen schonenden Umgang mit elektronischen Geräten, wie Smartphones & Co. zu appellieren. In diesem Kontext ist auch das vorliegende Whitepaper entstanden, das nicht nur neue Perspektiven aufzeigen soll, sondern einen Beitrag zur Sensibilisierung für die Problematik des globalen Klimawandels leisten soll.

Wir freuen uns über Anregungen in Form von Kommentaren oder unter info@repedia.de.

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